Aus meinem Maschinenbaustudium weiß ich:

Die Kosten zur Behebung eines Fehlers steigen mit fortschreitender Phase des Produktlebenszyklus um den Faktor 10.

Die 10er Regel der Fehlerkosten

Die 10er Regel der Fehlerkosten

Oder einfacher ausgedrückt: je später ein Fehler entdeckt wird, desto teurer wird es, diesen zu beseitigen. Grund genug, in den frühen Stadien der Produktplanung und -entwicklung sehr sorgfältig zu Werke zu gehen. Das spannende an solchen Grundregeln ist, dass sie allgemeingültig sind und auf andere Bereiche übertragen werden können. So kommen wir darauf, was eine Regel, die man in der Vorlesung Kontruktionsmethodik lernt, im Blog eines Internetfuzzis zu suchen hat.

Diese Regel lässt sich 1:1  auf die Erstellung einer Firmenwebsite übertragen. Man muss dafür gedanklich nur die physikalische Fertigung eines Produktes das man in die Hand nehmen kann, gegen Gestaltung und Programmierung austauschen.

Egal wie sorgfältig man plant, einen „Fehler“ kann man nicht ausschließen: Extrawürste die der Kunde mitten im laufenden Projekt einfordert. Für den Kunden ist klar:  einen verlegten Fußboden wieder rausreißen, weil es doch lieber Eiche statt Kirsche sein soll, ist teuer.

Aber nur mal eben die Farbe auswechseln, erfordert nur ein paar Mausklicks. Da kann es ja nicht so schwer sein, Hier ´ne Box hinzusetzen oder da was zu verschieben. Oder gleich an komplexeren Systemen den Funktionsumfang erweitern. In der gestalterischen oder programmiertechnischen Realität können nachträgliche Änderungen bedeuten, dass man unter Umständen sehr weit zurückgehen muss, um dem Kundenwunsch zu entsprechen. Das kann vom Aufwand durchaus mit eben jenem herausreißen des bereits verlegten Bodens vergleichbar sein. Aus dieser Sicht, mag es verständlich sein, dass Kunden hier oft lapidar

das geht nicht

zu hören bekommen. Besonders befriedigend ist das für den Kunden nicht. Und im eigenen Selbstverständnis immer das Beste für den Kunden herausholen zu wollen, ist so eine Aussage auch nicht vereinbar. Es hilft alles nichts, nach wie vor gilt der Spruch:

geht nicht, gibt’s nicht

Wenn der Kunde etwas will, das einiges der bereits geleisteten Arbeit über den Haufen schmeißt, dann muss man dem Kunden erklären, dass dies machbar ist, aber eben auch einen entsprechenden Mehraufwand nach sich zieht.

Hier liegt es am Dienstleister, dem Kunden klar kommunizieren zu können, dass es eben doch mehr braucht, als nur ein bisschen mit der Maus zu klicken.

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